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Zentralentlüftungsanlagen
in mehrgeschossigen Gebäuden haben einen über dem Dach angeordneten
Ventilator, der die Luft über eine gemeinsame Abluftleitung (Hauptleitung)
und spezielle Abluftelemente aus den angeschlossenen Räumen der Wohnungen
(i.d.R. Küche, Bad/WC) absaugt.
Grundsätzlich arbeiten Zentral-Entlüftungs-Systeme mit Unterdruck
im Abluftleitungssystem. Der Abluftvolumenstrom wird meist in Abhängigkeit
von der Zeit oder anderen Sollgrößen (z.B. Raumluftfeuchtigkeit)
variabel ausgeführt. Durch den im System erzeugten Differenzdruck
strömt Außenluft über Außenluftdurchlässe in
die Wohnräume nach.
Nach DIN 1946, T.6 sollen zentrale Lüftungsanlagen ständig
betrieben werden. In DIN 18017, T.3 wird zwischen drei grundsätzlichen
Zentrallüftungssystemen differenziert:
1. Zentral-Lüftung mit unveränderlichen Luftvolumenströmen
Lüftungsanlagen mit permanent konstantem Volumenstrom, d.h. ohne
Möglichkeit einer Leistungsveränderung. Aufgrund des hohen Energiebedarfs
und der entstehenden Geräuschbelästigung entspricht dieses System
heute nicht mehr dem Stand der Technik.
2. Zentral-Lüftung mit gemeinsam veränderlichen Luftvolumenströmen
Lüftungsanlagen, die vorwiegend mit einem konstanten Luftvolumenstrom,
d.h. mit Grundlüftung und bei Lastspitzen (z.B. morgens, mittags
und abends) mit erhöhter Bedarfslüftung in allen angeschlossenen
Wohnungen gleichzeitig betrieben werden. Die Realisierung erfolgt durch
Ventilatoren mit zwei Drehzahlen. Diese Lösung ist energetisch gesehen
etwas günstiger, bietet aber ebenfalls keine Anpassungsmöglichkeit
des Volumenstroms an die individuellen Bedürfnisse der Nutzer.
3. Zentral-Lüftung mit wohnungsweise veränderlichen Luftvolumenströmen
Die Bedarfslüftung erfolgt abgestimmt auf individuelle Nutzerbedürfnisse
oder Raumanforderungen. Innovative Abluftelemente ermöglichen eine
Grund-/Bedarfslüftung z.B. in Kombination mit dem Lichtschalter oder
der Raumluftfeuchte als Führungsgröße. Um Wechselwirkungen
mit anderen Nutzern bei der Umschaltung von Grund- und Bedarfslüftung
und umgekehrt zu vermeiden, wird bei diesen Anlagen mit konstantem Differenzdruck
geregelt. Bei Bedarfslüftung vergrößert sich der Luftvolumenstrom
des Gesamtsystems. Dadurch verschiebt sich der Betriebspunkt auf der Ventilatorkennlinie.
Durch die damit einhergehende Druckabnahme löst der Drucksensor ein
elektrisches Signal aus, das die Betriebsspannung und somit die Drehzahl
des Ventilators solange erhöht, bis der Sollwert des Druckes wieder
erreicht ist. Die Druckmessstelle sollte normalerweise in der Hauptleitung
platziert sein, kann aber vereinfacht auch direkt unterhalb des Zentralventilators
liegen.
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